Die Crew

– Das Jahr 2953 –

War es klug, sich auf Anvils Angebot einzulassen, eine Carrack für “Radio Infinity” zu fliegen und eine kleine Radioshow zu produzieren? Was hat es mit einem geheimnisvollen Artefakt an Bord auf sich? Tatsache ist: “Die Crew” fordert Brubacker auf vielfältige Weise. Er hofft in diesem Jahr viele offene Fragen zu klären und macht Schritte in ein vielfach größeres Universum – natürlich wie immer nicht ohne Schwierigkeiten…

Kapitel

Journal-Eintrag 03/01/2953

Wir flitzen mit diversen Bodenfahrzeugen über Microtech – Hermioth, Nick Cartago, Gabriel Winters und ich. Kleiner abendlicher Ausflug zum Jahresstart 2953. Irgendwann stehen wir mitten in der Wildnis, der Wind pfeift, die Sonne geht unter, das Oberstübchen ist genug durchgelüftet. Wir wollen schon umkehren, als in der Nähe plötzlich eine Avenger landet, ein kleiner Jäger. Herausspaziert kommt ein vermummter Mann.

„Hallo?“

„Hallo.“

Er hat keine Waffe, kommt ganz ruhig auf uns zu – dann erklärt er uns, wer – besser – was er sei: eine symbiotische Lebensform, rund 2000 Jahre alt. Es sprudelt alles nur so aus ihm heraus – der Name seines Heimatplaneten, auf dessen Suche er ist, dass er mehrere Jahrhunderte auf der Erde gelebt habe, dass er uns nichts Böses wolle. Nach Jahrzehnten der absoluten Isolation habe er beschlossen, sich ein paar Menschen zu offenbaren, den nächsten Schritt zu wagen. Er sei einer der letzten seiner Art. Hier draußen, im Nirgendwo, fühle er sich dafür sicher genug.

Erst weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Vor mir steht augenscheinlich ein normal aussehender Mensch, doch die Lebensform erzählt, dass sie zwei Personen sei. Sie redet immer weiter, nennt extrem seltsam fremd klingende Begriffe, steht einfach nur da und mich überkommt es plötzlich heiß und kalt. Was – wenn das wirklich stimmt? Was, wenn wir es nicht mit einem Verrückten mit Langweile zu tun haben? Ich blicke hinauf an den Himmel. Da draußen sind unzählige Welten. Das Verse endet nicht an den Grenzen der UEE. Hat man früher gedacht, dass man eines Tages auf die Tevarin, die Vanduul oder die Xian treffen würde? Das Leben findet immer einen Weg, oder?

Ich stottere ein paar Sätze zusammen. Was, wenn wir wirklich die ersten sind, die eine neue Alien-Lebensform zu Gesicht bekommen? Haben wir es mit einem Verrückten zu tun, verlieren wir nichts – stimmt die Geschichte, können wir nur gewinnen.

„Ich…ich – wer weiß noch davon?“

„Vier Menschen. Ihr drei und noch eine weitere Person meines Vertrauens.“

„Verrückt.“

Meine Gedanken rasen. Eines nach dem anderen.

„Erstmal nicht zur UEE, die legen dich sofort auf einen Seziertisch“, sagt Hermioth

„Ist mir bewusst.“

„Das UEE hat aktuell noch ein paar andere Sorgen. Die Menschheit steht unter Druck“, sage ich.

„Weiß ich. Habe lange genug unter Menschen gelebt.“

Plötzlich dreht sich die Person um, läuft zu ihrem Schiff.

„Wir sehen uns, jetzt da wir ersten Kontakt gehabt haben…“

So schnell die Avenger gelandet war, so schnell steigt sie wieder auf. Nach wenigen Minuten ist sie am Nachthimmel verschwunden.

„…und jetzt?“

„Zurück zu unseren Schiffen.“

Plötzlich hören wir eine Durchsage – auf Port Tressler, wo wir zuvor gestartet waren, hat es ein Gasleck gegeben. Wir checken uns auf Huskys FROST – alles nur eine Halluzination, ausgelöst durch eine Vergiftung?

„Wir haben alle das Gleiche gesehen, mit der Person gesprochen“, sage ich.

Will jemand, dass wir glauben, dass wir nur eine Erscheinung hatten?

Was zum Henker machen wir jetzt?

Am nächsten Tag erhalte ich von Husky folgende Nachricht:

*****

Blume

Auf Blumen

Als ich später das Band abhöre, aus dem die Redaktion von „Radio Infinity“ die neue „Crew“-Sendung zusammenschneiden wird, klinge ich wie ein Irrer. Als hätte ich komplett den Verstand verloren.

Ich rede mit Blumen.

Eine gesteht mir, dass sie in Menschen verliebt sei, eine andere, dass sie Durst habe, weil sie so selten gegossen werde, wieder eine andere fühle sich unansehnlich. Das gebe ich zumindest auf dem Band wieder. Im Hintergrund sind Nick und Husky zu hören, erst belustigt, dann genervt und schließlich erschrocken.

Ich könnte jetzt schreiben, dass war wieder nur eine Halluzination oder besser: Ich wollte Nick und Husky nur mal ordentlich veralbern, weil ihr größtes Problem war, sich nicht entscheiden zu können – zwischen der militärischen und der zivilen Version eines Quantumantriebs für eine Anvil Pisces Medic, die Nick von der Rust Society für unser „Crew“-Projekt gestellt bekommen hat. Nichts interessiert mich schließlich weniger, als dieser technische Kram. Man kommt fünf Minuten später irgendwo an – so what? Das klingt jetzt vielleicht seltsam für einen Reporter, der ja angeblich immer unter Strom zu stehen hat. Gut, für ein medizinisches Rettungsschiff hat das natürlich schon Relevanz … doch zurück zu den Pflanzen: Wahr ist: Sie haben mit mir gesprochen, irgendwie kommuniziert. Ich wünschte, ich könnte etwas anderes sagen.

Die  Blumen auf Microtech – sie sind gezüchtet worden. Es sind quasi halbkünstliche Gebilde, meterhoch, in allen Farben schillernd, wunderschön. Auf Microtech war ich ja nun schon unzählige Male – nie zuvor hatte ich mich den Blumenkübeln aber so genähert und sie so intensiv betrachtet. Nun, natürlich, einmal schon – als ich mich damals nach dem Besäufnis in Wallys Bar in ein Blumenbeet übergeben hatte.

Pflanzen, so heißt es, kommunizieren untereinander. Wird eine Pflanze etwa durch Schädlingsbefall bedroht, so sendet sie Botenstoffe aus, die die umgebenden Pflanzen warnen, die dann ihrerseits Abwehrmechanismen einleiten. Möglichkeit genug, auch Menschen mitzuteilen, wenn ihnen etwas nicht passt?

Wir fliegen im Weltall umher, haben uns fremde Systeme zu eigen gemacht und Planeten kultiviert – doch leben wir wirklich noch mit und in der Natur? Wir umgeben uns mit allerlei modernster Technik, sitzen in luftdicht abgeschlossenen Blechbüchsen, für jedes Problem haben wir eine technische Antwort parat. Pflanzen in Kübeln sind allenfalls zu unserem Wohlgefallen da – oder um sie medizinisch auszubeuten. Doch hören wir noch hin? Sind wir wirklich noch offen für Neues? Im Grunde wissen wir  nichts über die Beschaffenheit des Universums. Ich denke an den Symbionten.

Wahr ist: Als mir die riesige rötliche Pflanze wenige Minuten zuvor ein paar gescheuert hat, war ich so perplex, dass ich laut aufgeschrien habe. Nick und Husky kamen denn auch sofort herbei gerannt. Das riesige Blatt der Pflanze hing über das Geländer – grad so, als habe sie nur darauf gewartet, mir endlich eine zu knallen – oder habe ich mir das nur eingebildet? Weil ich seit meinem Ausfall in Wallys Bar unterbewusst das Gefühl hatte, eine Ohrfeige verdient zu haben?

Die Pflanzen, in die ich mich vor nunmehr zwei Jahren übergeben habe, sind längst ausgetauscht und entsorgt worden. Oder können sich Pflanzen so etwas merken? Das so genannte Myzel-Wurzel-Netzwerk, das als Pilzgeflecht alles pflanzliche Leben miteinander verbindet – vielleicht ist es so eine Art Gedächtnis. Als habe mir die Backpfeife den Weg weisen wollen, kommunizieren die Pflanzen nun mit mir – nicht im Sinne eines klassischen Gesprächs, eher auf einer Gefühlsebene, eine Art nonverbale Kommunikation.

Und so klettere ich zwischen den Blumen umher, bedacht darauf, nirgendwo draufzutreten, nehme – vielleicht – unbewusst, vielleicht für diesen Moment aber auch nur besonders offen für die Geheimnisse des Universums, die Dinge auf.

„Bru, alles okay mit dir?“

„Ja…äh…ja, alles klar.“

„Welchen Quantumantrieb sollen wir deiner Meinung nach nehmen?“

„Wie… was? Ist mir egal. Hat man euch eigentlich schon mal gesagt, dass ihr totale Unromantiker seid?“

„Uff. Wir sollten Ella Bescheid sagen…“

Ich stehe mittlerweile mitten in den Kübeln, krauche bäuchlings drin umher.

„Ich verstehe deinen Schmerz…nein, du bist nicht hässlich…“

„Bru, komm raus da!“

Ich höre die Stimmen meiner Freunde.

„Es tut mir leid, es kommt nicht wieder vor…“

„Bru…“

*****

Journal-Eintrag 24/01/2953

Ich glaube, ich höre nicht recht – im Radio wird davon gesprochen, dass ein Unbekannter durch die Pflanzen auf New Babbage getrampelt sei. Sogar mein einstiger kleiner Ausfall, als ich mich in die Kübel übergeben hatte, wird noch einmal aufgegriffen. Gottlob hat man mich diesmal nicht erkannt,  sonst hätte ich wohl bald Einreiseverbot nach New Babbage. Irgendein Mitarbeiter in der Stadt-Administration muss gute Verbindungen zur Nachrichtenredaktion von „Radio Infinity“ haben.

Eine Nachricht von Paul Mason.

Herrgott, dieses Getue! Chefredakteure waren wohl schon immer vom gleichen Schlage – immer auf die Kacke hauen, große Töne spucken und dabei die Machtverhältnisse klären.

Ich höre nebenbei die News, mache mich fertig und bin kurz darauf ausgehbereit. Friedrich hat auf die „Nordlicht eins“ eingeladen, kleiner Ausflug zum Jahresbeginn. Nick ist auch dabei – ich treffe ihn in der Metro. Er trägt heute zur Abwechslung mal abgefahrene Klamotten und eine abgespacte Brille.  Es fällt kein Wort über die Blumen-Eskapade. Mit an Bord ist noch Gate von Gate Catering und Chris Kross, der das Schiff steuert. Offenbar hat er für einzelne Aufträge bei Nordlicht angeheuert. Eine kleine  illustre Runde.  Bald cruisen wir über Microtech dahin. Wir fliegen die Route des Rick Targoli aus dem Scenic Cruise „Bergkönig“ – Nordlichts Einstand im Stanton-System aus dem vergangenen Jahr.

Ich blicke aus dem Fenster und sinniere – was steht in diesem Jahr alles an? Enos und die Aufklärung des Anschlages auf mein Leben. Die Free Riders. Nicks “kleines” Drogen-Problem. Und natürlich – die Crew samt seltsamem Artefakt. Viel auf der Agenda, viele verschiedene Stränge. In der Bar erzählen die anderen beim Bier, was bei ihnen ansteht – Friedrich will seinen Scenic Cruise vorantreiben, Gate seine Catering-Fima weiter aufbauen. Nick hat dies und das auf der Uhr, sein Job bei „Radio Infinity“ nimmt ihn ganz schön unter Beschlag, höre ich raus.

Draußen ist es stockdunkel. Wir unternehmen einen kleinen Spaziergang, warten den Sonnenaufgang ab und genießen das farbenfrohe Spiel über den schneebedeckten Gipfeln. Es ist immer wieder schön anzusehen. Jeder neue Tag bringt etwas Neues. So wie jedes Jahr.

Rock ’n’ Roll.

*****

Onfire

On Fire

Zero sitzt im Klescher-Knast, so viel ist klar. Nur für wie lange – und wann haben sie ihn dorthin gebracht? Können und sollten wir ihn eventuell befreien?

Gabriel weiß mehr – offenbar hat Ray Keaton, der ja immer noch hinter Zero wegen der Renaissance-Geschichte her ist und der mich geschlagen hatte, aus einem Com-Array eine Funkübertragung abgefangen, in der Hurstons Gefangenentransporte der letzten Zeit kodiert waren. Diese Daten hat Ray auch Husky gegeben – zur Dekodierung. Zwei Krypto-Keys hat Gabriel daran bereits verschlissen, dann hatte er wohl eine rettende Idee: Eine Platine, die in der Lage ist, die verschlüsselten Daten zu lesen, ist auf einem abgestürzten Satelliten zu finden – wo genau, weiß wiederum ein gewisser Clovus Darneely, der auf Hurston die örtliche Schrotthalde betreibt.

Ich schüttele den Kopf, als Gabriel mir davon erzählt. Jeder weiß in diesem Verse immer irgendetwas – nur freiwillig rausrücken will damit kaum einer. Alles hat eben seinen Preis.

Ich stolpere also Gabriel durch Lorville hinterher. Immer wieder grüßt er mir wildfremde Leute. Es scheint so, dass er viele kennt, sogar einige Wächter. Gut, Husky hat auf Lorville ja auch seine Zelte aufgeschlagen, wie er erzählt. Gleichwohl: Heimliches F.R.O.S.-Mitglied einerseits – braver Lorville-Bürger andererseits? Irgendwie passt das aber auch zu Husky; ein bisschen zwielichtig kommt er mir manchmal schon vor.

Es geht vorbei an zerrissenen Raumschiffen, metall-kreischenden Sägen und Altmetall, dann erreichen wir Clovus Darneely, einen alten, wie es scheint, zutiefst zynischen, vor sich hin hustenden Mann. Er mustert uns misstrauisch, dann rückt er die Koordinaten auf Hurston raus, an denen wir die Platine finden werden. Haben wir ihm dann ebenfalls ein paar Daten übertragen, an denen er gesteigertes Interesse hat, so wird er alle Funktionen der Platine frei schalten. Wir dürfen sie behalten und damit machen, was wir wollen. So weit, so gut.

Kurz darauf fliegen wir mit der „Clarke II“ zur Absturzstelle – als wir an dem betreffenden Ort niedergehen, ist der Nachthimmel so schwarz, dass ich den Boden bei der Landung erst sehe, als schon fast die Landestützen aufsetzen. Hermioth, der ebenfals mit von der Partie ist und der nach einer kurzen Einweisung über Funk schon auf uns wartet, leuchtet den Landeplatz aus. Minuten später stehen wir auch schon vor dem Funken sprühenden Wrack. Um uns herum lodern meterhohe Feuer. Wie immer hat der liebe Gott vor den Erfolg den Schweiß gesetzt – und so gibt das Wrack die Platine nicht ohne Kletterpartie her. Gabriel gelingt es besser als mir, das Wrack zu erklimmen, ich rutsche ein paar Mal ab, bis ich schließlich aufgebe – Hauptsache, wir haben die Platine.

Diese müssen wir nun noch in eine Konsole stecken, haben dafür aber nur 35 Minuten Zeit, bevor sie sich selbst zerstört. Wir wollen recht flott zum Schiff zurücklaufen, da merken sowohl Gabriel als auch ich, wir sehr unsere Beine schmerzen – klar, mehrfach aus mehreren Metern Höhe abzustürzen, ist nicht gerade förderlich für die Gesundheit. Mit letzter Kraft schleppen wir uns ins Schiff, Hermioth fliegt voraus.

Was würden wir jetzt für ein paar Medipens geben! Herrgott, ich muss wirklich mehr darauf achten, das Schiff besser auszurüsten. Meist fliege ich nach dem Motto los: Wird schon schief gehen. Tut’s dann ja meistens auch. Wie auch immer – bald rennt uns die Zeit davon und wir können alles andere als rennen. Wir landen gut zwei Kilometer von der bewachten Konsole entfernt – je weniger Aufmerksamkeit wir erregen, umso besser. Gabriel ist noch ein wenig besser zu Fuß unterwegs als ich. Bald muss ich ins Schiff umkehren. Hermioth und Gabriel kämpfen sich unterdessen erneut bei stockdunkler Nacht durch das unwegsame Gelände Hurstons. Ich höre über Funk mit, wie sich die Dinge entwickeln.

Alles schneide ich nicht mit – wie es scheint, reicht die Zeit aber noch und Gabriel überspielt Darneely die Daten. Erschossen wird auch keiner. Es läuft besser als gedacht. Nachdem Gabriel zurückgehumpelt ist, hauen wir wieder so schnell ab, wie es geht, dann entschlüsselt er die Daten und sieht, seit wann Zero im Klescher-Knast ist.

„…hast du eigentlich die Nachricht gelesen, die ich dir vorhin geschickt hatte?“

„Welche Nachricht?“, fragt Gabriel geistesabwesend.

Ich checke mein Mobi.

Herrgott, ich hatte sie Friedrich geschickt.

Ich zeige Husky die kryptische Nachricht, die ich über die Notfallfrequenz erhalten hatte.

Heiße Chips – Spacehub Gundo – so viel hatte ich verstanden. Mehr nicht.

Gabriel liest die Nachricht einmal, zählt zwei und zwei zusammen und sagt dann:

„Wolf Point Aid Shelter auf Daymar. Dort ist Zero.“

Wir hätten uns die ganze Aktion sparen können.

*****

Journal-Eintrag 27/01/2953

Anvil will, dass wir im System bleiben – nix mit Hades.

Als uns Mr. Aruhso diese Nachricht an Bord der Carrack verklickert, sind wir alle mehr oder weniger geschockt. Erst schicken sie uns einen Babysitter mit an Bord, nun legen sie uns auch noch an die Kette! In mir steigt kalte Wut auf und ich überlege für einen Moment, das ganze Projekt hinzuwerfen.

Jeder von uns ist ein gestandener Raumfahrer, eine gemischte Truppe mit verschiedenen Fähigkeiten, klar. Aber dann hätte Anvil  nicht so großkotzig daherreden sollen mit seinem Werbespruch „Jeder kann ein Raumschiff fliegen.“

Ich lächle bitter. Na klar – aber bitte nicht so weit raus.

„Mr. Aruhso…“

„…Mr. Brubacker, ich überbringe die schlechte Nachricht nur, ich bin der Hausmeister. Das wissen Sie doch.“

Das war also die Nachricht, die er aus dem Anvil-Hauptquartier für uns mitgebracht hat. Hatte mich schon gewundert, wo Aruhso die vergangenen Male gesteckt hatte.

Ich nicke resigniert und reiße mich zusammen.

Was soll’s – Stanton also, bis auf Weiteres.

Das Intercom – Nick.

„Bin gleich bei euch, habe den neuen Quantumdrive in die Picies einbauen lassen. Komme jetzt hoch nach Port Tressler.“

„Roger.“

Sobald Nick da ist, wollen wir starten – Zero retten.

Wir warten und blicken uns stumm an. Die Stimmung ist im Keller.

Eine weitere Nachricht von Nick: In Orison über Crusader brennt erneut der Himmel – ein weiteres Mal versuchen die Ninetails die schwebenden Plattformen einzunehmen, was wiederum dazu führt, dass auf allen Planeten des Systems der Verkehr stark limitiert wird, um aus einem lokalen Konflikt keine systemweite Katastrophe werden zu lassen.

„Wo müssen wir hin?“, fragt er.

„Daymar.“

„Okay, dann komme ich direkt da hin.“

„Alles klar.“

Wir machen uns auf den Weg – ein Jahr kreuz und quer durch Stanton zu reisen, das wird vielleicht eine Freude…

„Mr. Aruhso….meinen Sie nicht, da könnte man vielleicht doch noch etwas machen?“

„Mr. Brubacker…“

Nick – schon wieder.

Zwar hat er es bis Tressler geschafft, nun aber hat die Civilian Defense Force das ganze System unter Lockdown gesetzt. Kurzum: Er sitzt auf der Orbitalstation fest. Er fällt damit aus.

Wie erreichen unterdessen Daymar und Gabriel bringt uns runter zum Wolf Aid Shelter, in dem Zero sitzen soll. Vor der kleinen Station im Nirgendwo steht eine kleine Cutter – Zeros Schiff? Während Gabriel das Schiff in Startkonfiguration hält, falls es sich um einen Hinterhalt handelt, checken Ella und ich die Lage.

Wir suchen das Shelter, Ella hat zur Sicherheit ihre Waffe gezogen. Dann finden wir Zero – ein Häufchen Elend, zusammengekauert in einer Ecke. Er sieht leichenblass und halb verhungert aus.

„Zero…Scheiße, Mann!“

„Bru…Gott sei Dank!“

Wir schleppen ihn zur Carrack. Dann erzählt uns Zero, was vorgefallen ist – er war überfallen, entführt und nach Klescher gebracht worden, wo man ihm allerdings alle Rechte vorenthielt und ihn für immer verschwinden lassen wollte. Nur mit viel Glück sei es ihm gelungen zu fliehen.

„Und nun?“

„Nun…nun, bin ich offiziell tot.“

Ich schüttele den Kopf – und das alles wegen ein paar kleineren Schmuggeleien?

„Lasst uns mal scharf nachdenken. Und erstmal weg von hier…“

Ich laufe ins Cockpit und will die Maschinen hochfahren. Einmal, zweimal, dreimal.

Es tut sich nichts.

Wir sind gestrandet.

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