„Wir bilden keine Tötungsmaschinen aus“

 

Fragen an die Personenschutz- und Rettungsorganisation „Helldiver“ , beantwortet von Executive Operator „Face“

OTR: Ich habe mir mal Ihr Portfolio angesehen. Zunächst einmal „Helldiver“ – was soll das heißen? Dass Sie sich hinter feindlichen Linien erst so richtig wohl fühlen? Soweit ich das verstehe, sind Sie ja noch ein relativ junges Unternehmen. Und ich habe natürlich ein wenig recherchiert: Sie haben erfolgreiche Einsätze in der Vergangenheit etwa auf dem Mond Lyria absolviert. Dennoch: Woher nehmen Sie das Selbstbewusstsein, es mit jedem unter allen Umständen aufnehmen zu wollen?

Face: Ja, das stimmt, wir sind ein relativ junges Unternehmen. Vor etwas über einem halben Jahr hat unsere Organisation mit nur vier Leuten angefangen. Seitdem haben wir fähige und hoch motivierte Mitglieder akquirieren können. Auch wenn unser Name nach militärischer und kampforientierter Spezialeinheit klingt, sind wir von der Ausrichtung her eine „Mobile Search and Rescue“-Einheit, sprich, wir bilden Personen nicht zu Tötungsmaschinen aus, sondern um Menschen in Not zu retten oder zu beschützen. Wir fühlen uns daher im eigenen Sinne hinter feindlichen Linien nicht wohl, dennoch trainieren wir hart, um eventuelle Rettungseinsätze auch hinter feindlichen Linien durchführen zu können. Diesen Schutzauftrag haben wir beispielsweise wahrgenommen, als wir den Personenschutz einer hochrangigen Person von Microtech übernommen haben. Unsere Mitglieder sind sehr motiviert und werden nach kurzer Zeit mit verantwortungsvollen Aufgaben betraut. Dies schweißt uns umso mehr zusammen, und kein Helldiver würde den anderen zurücklassen. Diese Motivation, Qualifikation und Gemeinschaft, geben uns die Stärke und die Zuversicht, allen Widrigkeiten zu trotzen.

OTR: Ist das für Sie heute ein komplizierter Einsatz? Wie intensiv haben Sie sich darauf vorbereitet? Hoffen Sie auf Folgeaufträge, wenn es gut läuft und versuchen Sie sich damit auch zu empfehlen?

Face: Da wir ein recht junges Unternehmen sind müssen wir uns natürlich auf dem Markt erst einmal etablieren und uns einen Ruf aufbauen. Fehlschläge können wir uns nicht leisten. Und das geht nur über eine hochqualitative Ausbildung. Viele andere Organisationen haben deutlich mehr Mannstärke als wir, und hier versuchen wir dadurch hervorzustechen, dass wir ein qualitativ hochwertiges Ergebnis abliefern. Wir trainieren hart. Verschiedenste Situationen drillen wir solange durch, bis wir mit dem Resultat zufrieden sind. So haben wir auch vor diesem Auftrag wochenlang diverse personenschutzbezogene Szenarien durchexerziert. Diese hohe Qualität ist letztendlich auch der Faktor, warum wir auch als relativ junges Unternehmen von namhaften sowohl privaten als auch militärischen Auftraggebern den Zuspruch bekommen und uns gegen andere bekannte Organisationen durchsetzen können.

OTR: Vielleicht noch zwei Worte zu Ihrer Flotte. Laut UEE-Schiffsdatenbank sind Sie ordentlich ausgerüstet. In Ihrem Besitz finden sich unter anderem eine Hammerhead und sogar eine Kraken. Gibt es vielleicht irgendwelche Verbindungen im Hintergrund, von denen man wissen sollte? Einen heimlichen Gönner?

Face: Ich bitte dies zu entschuldigen, aber ich kann Ihnen diese Frage aus taktischen und strategischen Gründen nicht beantworten.

OTR: … Sie dürfen mich nicht falsch verstehen. Aber ein junges Unternehmen, das als Auftraggeber gleich einen so großen Fisch wie Microtech an Land zieht – das ist doch eher ungewöhnlich. Ich verstehe natürlich, wenn Sie über interne Geschäftsbeziehungen nicht reden können oder wollen. Aber Sie müssen auch verstehen: Wenn Sie möchten, dass man Ihnen das Leben anvertraut, dann möchte man womöglich auch gern wissen, mit wem man es zu tun hat…“

Face: Zum einen versuchen wir, wie gesagt, durch eine hohe Qualität von uns Reden zu machen. Auch wenn es uns noch nicht so lange gibt, sind wir dennoch kein ungeschriebenes Blatt mehr. Organisationen, die uns beauftragen, wissen bereits um unsere Fähigkeiten. Zu der fachlichen Komponente kommt jedoch noch eine persönliche hinzu, in der die Schutzperson einen persönlichen Leibwächter zur Seite gestellt bekommt, der sie begleitet, informiert und berät. Er schützt sie, ohne sie jedoch groß ihn ihrer Freiheit einzuschränken. Durch diese beiden Komponenten wird ein Verhältnis aufgebaut, das schon im Vorfeld zu Vertrauen führt und wodurch sich unsere Schutzperson instinktiv sicher fühlt. Und im Falle des Microtech-Einsatzes wurde dieses Vertrauen auch nicht enttäuscht. Dies sorgt natürlich für gute Mundpropaganda und dass das Vertrauen in uns gerechtfertigt ist.

 Das Interview wurde nach dem Einsatz schriftlich geführt.

 

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