Verse-Splitter

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Ein illegales Wettbüro haben die Behörden auf ArcCorp ausgehoben. Dort wiesen Dockarbeiter Besitzern großer Schiffe immer wieder viel zu kleine Landepads zu. Zwar passten die Schiffe gerade so durch die Hangartore – aber eben nur mit sehr viel Geschick und Glück. Die Dockarbeiter wetteten nun darauf, ob der Pilot irgendwo gegenstoßen würde. Nachdem bei Versicherungen in den vergangenen Monaten die Zahl der Schadensfälle sprunghaft gestiegen war, ging ArcCorp Security der Sache nach und fand von Lachkrämpfen geschüttelte Dockarbeiter vor, während der Pilot einer Constellation Phoenix krampfhaft versuchte, sein Schiff sicher zu landen. Die Wettkasse soll nun geschädigten Schiffbesitzern zukommen. Leider verdienen Dockarbeiter nicht sonderlich viel und es ist nicht mit großen Zahlungen zu rechnen.


Nachdem ein Betrunkener in New Babbage sämtliche gute Manieren vergaß und sich sturzbetrunken in Blumenkübel mit geschützten Pflanzen übergab, sind die Barkeeper auf Microtech angewiesen worden,  sich jeden Gast näher anzusehen und mit dem Ausschank harter Getränke gegebenenfalls etwas zu warten.  Zwar hat der Pflanzenschänder sein Vergehen mit einer Geldstrafe von 100.000 Credits mittlerweile gesühnt, die betroffenen Pflanzen konnten jedoch nur noch ausgetauscht werden. Der hauseigene Botaniker von New Babbage war jedenfalls untröstlich.  „Es ist eine Schande“, sagte er. „Da zieht man sie vom Pflanzenkorn über den Keimling bis zur vollen Blüte auf – und dann das.“  Die Administration von New Babbage wird nun verstärkt darauf achten, was sich auf dem Gang zwischen Lobby und Wallys Bar tut, damit sich das nicht wiederholt.


Wir kennen sie alle, die stummen Zeugen, die überall auf Tischen und Stühlen stehen.  Sagen diese Mitbürger normalerweise kein Wort,  so hat sich einer nun doch zumindest leise geäußert.  „Wir sind Stehhovas und machen eine Revolution.“ Wogegen diese ist, ist jedoch auch weiterhin unklar, da zu dieser Revolution offenbar auch ein Schweigegelübde gehört. Lautstark machen indes die Raumpfleger ihrem Unmut Luft über die Situation. „Die stehen kurz auf den Tischen, sind dann wieder weg und wir dürfen das sauber machen“, echauffiert sich eine Reinigungskraft, die nicht näher genannt werden will. Eben waren sie noch auf Daymar oder sonst wo, dann kraxeln sie mit ihren dreckigen Schuhen auf Tische, von denen andere essen wollen. Man stelle sich mal vor, das würde man ihnen zu Hause machen.


Auf ArcCorp ist das örtliche Büro der Advocacy einer Schutzgelderpressung auf die Schliche gekommen. So werden die lokalen Burrito-Händler erpresst. Wer mehr Geld bezahlt, bekommt einen besseren Stellplatz mit mehr Publikumsverkehr. „Das wirkt sich direkt auf die Umsatzerlöse aus“, so ein Ermittler. Wer nicht bereit zu zahlen ist, bekommt einen Stellplatz in einer dunkleren Ecke. Normalerweise werden die Stände täglich neu ausgelost, so dass jeder die Chance hat, mal einen lukrativen Stellplatz zu ergattern. Dieses Losverfahren hatte die so genannte Burrito-Mafia manipuliert. Aufgefallen war es, nachdem in diversen Ecken immer wieder dieselben Verkäufer gesichtet wurden.


Weil diverse Hersteller ihre Raumschiffe mit rollendem Fahrwerk ausstatten, wie es etwa bei Origin der Fall ist, hat eine findige Flugschule für Fluganfänger auf Orison nun eine besonders sichere Methode entwickelt um das Landen zu üben – und zwar mit Gestellen, die an Stützräder für Gebrechliche erinnern. Damit können Piloten gefahrlos Rollen üben. Was als Spaßangebot  mit dem Namen „Rollator-Pilot“ nach öden Theoriestunden gedacht war, wird jedoch sehr gut angenommen. „Offenbar gibt es ein Bedürfnis dafür richtig zu landen, wenn das Fahrwerk Räder statt Kufen hat. Schon mit einem leichten Nachrollen in einem engen Hangar könne ein Schiff schließlich irgendwo gegenstoßen“, so der Besitzer der Flugschule. Er will sein Angebot jetzt ausweiten.


Ein bekannter Spielwarenhersteller hat nun einen Coup mit Action-Figuren gelandet. Die knapp 30 Zentimeter großen Figuren gehen zu Tausenden über die Ladentische. Es gibt die Figuren in den unterschiedlichsten Ausführungen mit Rüstungen namhafter Hersteller. Die Raumfahrer-Puppen bewegen sich absolut lebensecht, haben sogar Bedürfnisse wie Essen und Trinken. Ein Hotdog reicht praktisch für Wochen. Neben einem Werbeeffekt haben die Figuren aber auch eine politische Dimension. Firmen testen offensichtlich aus wann Addisons Administration auf den Plan tritt. Die Gesetzeslage zu künstlicher Intelligenz ist offiziell noch so restriktiv wie vor ihrem Amtsantritt. Offenbar versucht die Industrie unter dem niedlichen Deckmantel der Spielzeugherstellung für eine Aufweichung der Gesetze zu künstlicher Intelligenz zu sorgen, indem sie neue Fakten schafft. Davon abgesehen kann man mit den Figuren jede Menge Spaß haben: Nur schießen sollte man nicht auf sie. Dann sind sie kaputt.


Überall im Verse finden sich Wracks von abgestürzten oder abgeschossenen Schiffen auf Planeten, Monden oder im All. In manchen liegen oder schweben noch die Leichen der Besatzungsmitglieder. Das ist nicht nur ein schockierender Anblick – es ist auch extrem pietätlos, vom Verwesungsgeruch ganz abgesehen. Engagierte Bürger wollen nun dafür sorgen, dass die verstorbenen Besatzungsmitglieder ordentlich bestattet werden. „Angesichts der Fülle der Wracks ist das sicherlich eine Herkulesaufgabe, wir wollen sie aber dennoch angehen. Wir sind es unseren Mitbürgern schuldig. Schließlich waren auch sie einst mit Hoffnungen und Wünschen ins Unbekannte aufgebrochen“, heißt es vom Initiator in einer Pressemeldung. Anhand der Registrierungsnummern der Schiffe in Kombination mit Bordpapieren oder Erkennungsmarken könnten die Namen der Besatzungsmitglieder festgestellt werden. Dann könnten die Verstorbenen nach einer Überführung auf ihren Heimatplaneten beigesetzt werden.


Moderne Klon-Imprints wie sie nun auch verstärkt im Stanton-System in den Krankenhäusern angeboten werden, rufen religiöse Gruppen auf den Plan. Sie protestieren dagegen, dass die Seele eines Lebewesens eingefangen und übertragen würde. Sogar Boykott-Aufrufe gegen die moderne Technik gibt es bereits. Die Gruppierungen argumentieren, dass das Leben seinen Wert erst durch seine Endlichkeit erhalte. Erst dann wisse man es wirklich zu schätzen. Trotz der Zusicherung, dass es technisch unmöglich ist, mehrere Abdrücke ein und derselben Person zu erstellen, treibt die Gruppen auch Angst vor potentiellen Klonarmeen um – Individualität sei an eine einzelne Person gebunden. Das Konzept der Regenration wird daher abgelehnt.  Dass die Boykott-Aufrufe Wirkung erzielen, wird von Gesellschaftsforschern bezweifelt. Die Ansicht religiöser Gruppen sei aber zu akzeptieren.


Sex im Weltall – das ist immer wieder ein Thema bei Raumfahrern. Zwar gibt es auf den Raumschiffen eine künstlich erzeugte Schwerkraft, allerdings kann diese auch ausfallen. Rhythmische Körperbewegungen können dann dazu führen, dass man sich eher voneinander abstößt, statt zueinander zu finden. Ein Problem kann dies auch auf Monden sein, die unterschiedliche Schwerkraft besitzen. Schon manchesmal hieß es dann: „Liebling, was machst Du denn an der Decke?“ Um Abhilfe zu schaffen gibt es nun einen kleinen Leitfaden: „Der G-Punkt. Alles, was Sie über Gravitation wissen müssen.“  Ein Tipp an dieser Stelle: Kletten Sie Ihren Partner doch mal an. Wenn kein Klett zur Hand ist, hilft auch ketten. Handelübliche Handschellen gibt es in jedem gut sortierten EZ Hub.


Das Abholzen von Weihnachtsbäumen auf Microtech ist illegal! Darauf weist noch einmal die örtliche Vertretung der UEE-Naturschutzbehörde hin. „Wer glaubt, er könne mit seinem Raumschiff einfach mitten in der Einöde landen, sich seinen Weihnachtsbaum fällen und dann wieder verschwinden, der irrt. Wer bei einer Kontrolle mit einem Baum an Bord erwischt wird, muss mit hohen Geldstrafen, vielleicht sogar einem Aufenthalt im Klescher-Gefängnis über Weihnachten rechnen.“  Der Planet leidet extrem unter illegalem Holzeinschlag – vielerorts stehen kaum noch Bäume, ganze Landstriche sind versteppt, die Wiederaufforstung gestaltet sich schwierig. Microtech leidet bis heute unter missglücktem Terraforming, das den Planeten kälter als geplant werden ließ. Jeder Baum, der die Erde auflockert, so dass ich kein Permafrost bilden kann, ist daher von großer Bedeutung.


Eine extreme Hitzewelle sucht derzeit den Planeten ArcCorp heim. Dort ist es an mehreren Stellen so heiß, dass Hitzetote beklagt werden. Ob der übermäßige Ausstoß von Industriegasen wie Kohlendioxid dafür verantwortlich ist, der zu einem Treibhauseffekt geführt hat oder eine erhöhte Aktivität der Sonne Stantons, darüber wird erbittert gestritten. Klar ist indes, dass die Stadtverwaltung darauf reagieren muss. Debattiert wird derzeit, ob man daher einen ganzen Planeten kühlen kann – etwa mit riesigen Sonnensegeln im All. Die Wissenschaft beklagt seit Jahren den Umstand, dass das empfindliche Gleichgewicht der Natur nur sehr schwer wieder hergestellt werden kann, sollte es erst einmal nachhaltig gestört sein. Obwohl im Weltraum noch nicht ein Sonnensegel aufgespannt ist, fordern Verbände bereits jetzt freie Flugkorridore für freie Bürger. Sie befürchten, dass manche Gegenden des Stadtplaneten bald nur noch schwer anzufliegen sein könnten.


Hobbywissenschaftler überbieten sich aktuell in einem gefährlichen Wettstreit darum, wer tiefer in die Atmosphäre von Crusader eindringen kann. Hierzu versuchen sie aktuell alle wissenschaftlichen Parameter wie den barometrischen Druck, der in der Tiefe steigt, in Beziehung zur nötigen Panzerung eines Schiffes zu setzen. Ziel scheint zu sein, möglichst viele Wolkenschichten zu durchfliegen und dorthin vorzudringen, wohin noch nicht einmal Sonden vordringen können. Planetenwissenschaftler warnen eindringlich vor derartigen Experimenten – sie würden meist tödlich enden. Niemand wisse derzeit, wie es in den tiefen Schichten Crusaders  zugeht. Dort könnten auch zersetzende Gase die Schiffshüllen angreifen. Biologen warnen indes davor den fliegenden Wal des Gasplaneten in seinem Lebensraum zu stören. Kleinere Schiffe könnten von ihm  verschluckt werden.


Die Initiative „Foot Watch“ drängt drauf, dass im Verse mehr gegangen und weniger gerannt wird. Gefühlt rennen neun von zehn Citizens ständig von einem Termin zum nächsten. Hintergrund der Initiative ist, dass die Zahl der Herzinfarke mit der Schwere der Raumanzüge zunimmt, wie eine Studie nun gezeigt hat. Auch kann das Anrempeln in vollem Tempo mit einem Novikov-Anzug zu schweren Blessuren bei Personen führen, die lediglich Casual-Kleidung tragen. Insbesondere während der Invictus-Woche könne das im Gedränge tödlich enden.  „Das muss nicht sein“, so die Initiatoren von „Foot Watch“. Außerdem sagen sie: Schauen Sie sich mal in Ruhe um, wie schön dieses Verse ist. Lernen Sie wieder, im Leben auf Details zu achten.


Einen Basejumper sucht die örtliche Advocacy von ArcCorp. Er hatte einen Sprung vom IO North Tower, dem höchsten Wolkenkratzer des Stadtteils gewagt und war nach erfolgreicher Landung in  der Menge verschwunden. „Wir wissen welchen Reiz die hohen Gebäude ArcCrops auf viele Besucher ausüben, aber das heißt nicht, dass man ihm auch nachgeben muss. Wir werden derartige  Vergehen jedenfalls strafrechtlich verfolgen“, heißt es von der Advocacy. Auf den Dächern ArcCorps werden immer wieder so genannte Roofer entdeckt, die mit halsbrecherischen Manövern an lebensgefährlichen Stellen umherklettern. „Wir bitten dringend innerhalb der Begrenzung der Landepads auf den Dächern  zu bleiben.“


Wo beginnt das Weltall? Diese Frage wird heiß diskutiert, seit sich eine Handvoll Milliardäre auf der Erde zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein heißes Rennen ins All lieferten. Liegt diese Grenze bei 80 Kilometer Höhe oder erst bei 100 Kilometer? Muss  man gar in eine Umlaufbahn eingeschwenkt sein oder reicht eine kurze Schwerelosigkeit um im All zu sein? Über diese und andere Fragen zerbrechen sich Wissenschaftlicher seit Ewigkeiten die Köpfe. Nun soll endgültig Klarheit geschaffen werden – kein leichtes Unterfangen, schließlich besitzen verschiedene Planeten verschieden dicke Atmosphären. Auch ist Umlaufbahn nicht gleich Umlaufbahn. Wichtig ist die Frage vor allem aus versicherungstechnischer Sicht und wird etwa dann relevant, wenn ein Raumschiff wie die MISC Endeavour unbeabsichtigt in einen Atmosphärenflug eintritt. Bis ein allgemein anerkanntes wissenschaftliches Papier zur Verfügung steht, kann es allerdings noch dauern. 


Der Cloudview Center von Orison wurde am vergangenen Wochenende von einer Gruppe vandalisierender Touristen heimgesucht. Wie die Pressestelle des Orison General meldete, entwendete eine Gruppe alkoholisierter Männer mobile Betten für Rennen auf dem Vorplatz des Krankenhauses. Die lokale Security beendete das Treiben nach nur wenigen Minuten und nahm die Beteiligten zur Ausnüchterung mit. Wie Nachforschungen ergaben, hatte die Männergruppe nur eine Stunde zuvor ein Mittel aus der Krankenhausapotheke gegen plötzliche Übelkeit nach dem Besuch eines Fast-Food-Outlets am Spaceport eingenommen. Am Ende sorgte dessen Vermischung mit Alkohol für die stark enthemmende Wirkung.


Eine neu gegründete Bürgerinitiative möchte sich auf Microtech dafür einsetzen, dass die Metroloop-Bahn vom Spaceport nach New Babbage etwas langsamer fährt als bisher. Zum einen könne man kaum die vorbeirasende Schneelandschaft Microtechs bewundern, schlimmer sei aber, dass gerade ältere Fahrgäste immer wieder über Übelkeit klagen würden – ihnen schlügen die abrupten Richtungswechsel der Bahn auf den Magen. Eine kleine Gegeninitiative hat sich auch schon gebildet: „Zeit ist Geld“, heißt es als Hauptargument dafür, alles so zu lassen, wie es ist. Die Stadtverwaltung hat sich noch nicht geäußert.


Viele Mitarbeiter in den Outposts auf den Monden Stantons sind sehr einsam. Dies hat eine unabhängige Befragung unter den Beschäftigten der verschiedenen Firmen ergeben. Teilweise wird tage- oder gar wochenlang nicht mit den Mitarbeitern persönlich gesprochen, weil einfach niemand vorbei kommt. Dies hat zur Folge, dass die Mitarbeiter soziale Fähigkeiten wie eine nette Ansprache an Reisende verlieren. Auch fällt es manchen schwer, noch ein normales Gespräch zu führen. Mitunter lassen sich die Mitarbeiter auch gehen oder kommen ihren täglichen Pflichten nicht mehr nach. Dagegen wollen die Firmen nun etwas unternehmen und ein Rotationsprinzip einführen. „Jeder braucht ab und zu menschliche Ansprache. Immer nur allein einsam in eine Wüste hinauszustarren oder auf ein ankommende Schiff zu warten, kann einen irgendwann um den Verstand bringen“, heißt es. Ab wann mit mehreren Schichten gearbeitet werden soll, ist noch offen.


Die EZ Hubs auf den Raumstationen machen neuerdings mit Pflegeprodukten an ihren Check-In-Schaltern Werbung. Vor allem Haarpflegeprodukte und Produkte für eine gesunde Hautfarbe finden reißenden Absatz. Grund ist, dass das ständige Reisen im Weltraum einen schneller älter aussehen lässt als man ist. Sofern man nicht direkt an einem Stern vorbeifliegt, bekommt man viel zu wenig Sonne ab. Auch verfilzen die Haare schneller durch das ständige Tragen eines Helms. „Du hast die Haare schön“ könnte daher bald eines der neuen geflügelten Worte auf den Stationen sein – sofern die Marketingkampagne weiterhin so guten Anklang findet wie bisher. Schmerzmittel, falls man sich beim Aufstehen in den engen Kojen den Kopf stößt, sind ebenfalls neu unter den Produkten.


Seit Menschen in Höhlen wohnten, verewigen sie sich an den Wänden. Dieses seltsame Mitteilungsbedürfnis hat sich bis ins 30. Jahrhundert erhalten. Modernes Graffiti ist daher auch heute noch in. Ein Forscherteam hat sich nun zur Aufgabe gemacht, diese Mitteilungen gründlich zu untersuchen und über die Jahrhunderte zu vergleichen. Sind es womöglich immer wieder Botschaften ähnlichen Inhalts die hier auftauchen? Sind es vielleicht geheime Mitteilungen für die Nachwelt? „Wir alle laufen immer wieder achtlos an diesen Botschaften vorbei…unter Umständen passieren wir bahnbrechende Erkenntnisse“, heißt es in der Pressemitteilung des Teams. Mit den ersten Ergebnissen der Studie wird nicht vor zwei Jahren gerechnet. Schließlich müssen tausende Graffiti auf unterschiedlichen Planeten untersucht werden.


Für Verwunderung aber auch Verärgerung sorgt der Umstand, dass vielerorts im Verse noch die Plakate der Imperator-Wahl vom vergangenen Jahr hängen. Auf dem Planeten ArcCorp ist dies zum Beispiel der Fall. Die neue Imperatorin Laylani Addison ist schließlich seit einem Jahr gewählt. Die Stadtverwaltungen rechtfertigen sich damit, dass die Plakate mit besonders widerstandsfähigem Kleber angebracht wurden. So sollte vermieden werden, dass Wähler die Konterfeis unliebsamer Kandidaten abreissen. Die Plakate seien daher nur schwer wieder zu entfernen. Kritiker monieren indes, dass ein Jahr nun Entfernen der Plakate nun wahrlich genug Zeit gewesen sei.  Sie fordern eine groß anlegte Säuberung der Wandflächen.


Eine Initiative gegen irreführende Werbung hat sich auf dem Planeten ArcCorp gebildet. Stein des Anstoßes ist der Spruch „Besser als sie aussehen“ als Werbung über Würstchenständen auf Raumstationen. „Das ist schlicht gelogen, die Hotdogs schmecken genauso wie sie aussehen“, so der Initiator. Offen lässt er dabei, ob das gut oder schlecht ist. Sein alternativer Werbespruch „Geschmäcker sind verschieden“ stieß bei den Würstchenständchen-Betreibern indes auf wenig Gegenliebe. Aktuell sucht die Initiative noch Mitstreiter. So soll der Kampf gegen irreführende Werbung ausgeweitet werden.


Die Bedrohung der Xeno-Threat-Piraten ist im Stanton-System zum zweiten Mal zurückgeschlagen worden – nicht zuletzt dank der tatkräftigen Unterstützung der Bewohner Stantons. Zur Belohnung erhielten alle Kämpfer nun einen neuen Fluganzug der „Civilian Defense Force“ samt Panzerung oder zumindest Teilen davon. Dies hat bei manchem freiwilligen Kämpfer zu Unmut geführt: „Ich habe über Stunden mein Leben riskiert – und weil ich nicht ganz bis zum Schluss durchgehalten habe, werde ich nun nur teilentlohnt?  Das ist doch lächerlich“, schimpft ein Freiwilliger. Ein neuer Undersuit sei ja ganz schön, aber noch schöner wäre es gewesen, wenn nun Jedermann von Kopf bis Fuß zeigen könnte, was ihm Freiheit und Gerechtigkeit bedeuten. Je nach Aufwand und Investment nur Teile der CDF-Rüstung zu vergeben, sei nicht der klügste Schachzug. Von der Civilian Defense Force hat sich zu dieser zweifelhaften Marketing-Strategie bisher noch niemand geäußert.


Besonders auf Port Olisar kommt es in vergangener Zeit immer wieder zu Problemen an den Terminals beim Rufen der Schiffe. Die in die Jahre gekommene Raumstation über dem Gasplaneten Crusader leidet unter veralteter Technik – vor allem wenn große Schiffe wie die Reclaimer landen, wird die Station so durchgeschüttelt, dass Sicherungen herausfliegen oder Leitungen durchschmoren, wenn durch Vibrationen Kurzschlüsse entstehen. Die Stationsleitung will hierzu zwar Abhilfe schaffen, ist mit der Situation aktuell aber überfordert. „Ein Großteil der Technik ist tief in den Eingeweiden der Station verbaut, da kommt man nur schwer heran“, erklärt ein Servicetechniker. Auch müsse man beim Neuverkabeln genau wissen, was man tue und im Lauf der Jahre seien technische Schemata verloren gegangen. Die Probleme könnten sich daher noch hinziehen. Einstweilen bittet die Stationsleitung nur noch mit kleineren Schiffen zu landen – und wenn es eben nicht anders ginge, dann nur sehr, sehr vorsichtig.


In welchem Hangar bin ich? Diese Fragen stellen sich immer wieder Piloten, nachdem sie mit ihrem Schiff gelandet sind. Zu viele verschiedene große Ziffern verwirren in den Landebuchten. Zwar ist die Nummer des Hangars am Boden festgehalten, sie kann aber schnell verdeckt werden, landet man sein Schiff nur ein paar Meter entfernt vom vorgesehenen Platz. Ärgerlich und peinlich wird es, will man einen Freund in seinen Hangar dann auf sein Schiff einladen, kann aber nicht genau sagen, wo man es abgestellt hat. Übergroße Ziffern an Wänden machen das Verwirrspiel komplett. Offenbar sind gerade auf älteren Raumstationen von früheren Renovierungsarbeiten zahlreiche Ziffern übrig geblieben, die nicht sauber überstrichen wurden.

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