Verse-Splitter

– 2952 –

Der Streich eines Mitarbeiters auf der Piratenstation GrimHex sorgte für einigen Ärger. Erbost darüber, dass immer mehr Kriminelle auf der Station ohne Rücksicht auf Verluste ihr Unwesen treiben und die Einrichtung demolieren, beschloss er die Fahrstühle zu manipulieren und sperrte so etliche Fahrgäste stundenlang im Aufzug ein. Mit dieser Geste wollte er den Fahrgästen zeigen, wie es sich hinter Gittern anfühlt. Da der Mitarbeiter seine Manipulation nicht selber wieder beheben konnte, mussten die Eingesperrten von einem Rettungsdienst befreit werden. Dieser wurde von Sicherheitskräften der Advocacy begleitet. Etliche Fahrstuhlfahrgäste wanderten denn auch gleich ins Klescher-Gefängnis, weil sie auf der Fahndungsliste standen.


Wer steckt hinter der Neugründung der „Free Riders of Stanton“? Der Megakonzern Hurston Dynamics hat nun eine Belohnung für diejenigen ausgesetzt, die Namen nennen können. Vor etwas über zwei Monaten war der bisherige Anführer Yao Kirov mit der Begründung festgenommen worden, er habe Drogen geschmuggelt. Hurston Dynamics hatte daraufhin die gesamte Biker-Truppe zerschlagen und verboten. Es deutet jedoch einiges darauf hin, dass die illegale Vereinigung weiterhin existiert. Mehr noch: Sie plane sogar manche Aktionen, die gegen Hurston Dynamics selbst gerichtet sein könnten, so die Presseabteilung des Konzerns. So sei nun ein Überwachungsvideo aufgetaucht, das zeigt, wie offenbar Mitglieder des Clubs in gesperrte Bereiche rund um das Hurston-Hauptquartier ausserhalb der zugelassenen Flugkorridore eingedrungen sind. Vermutungen legen nahe, dass es darum geht, neue Schmuggelrouten in die Stadt zu finden. Konkrete Personen konnten jedoch nicht ausgemacht werden. Hinweise nimmt jeder Hurston Dynamics-Sicherheitsoffizier entgegen. Er leitet sie dann an Hurston Security weiter.


Mit gleich drei Drogenlaboren, die unter dem Namen „Jumptown“ firmieren, kämpfte das Stanton-System in den vergangenen Wochen – auf den Monden Lyria, Yela und Caliope. Dort kam es immer wieder zu tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern, Söldnertruppen und der örtlichen Advocacy.  Ein finaler Großkampf wurde sich nun am Wochenende bei Jumptown auf Lyria geliefert. Hier zeigte sich wieder, dass Kommunikation alles ist. Ohne voneinander zu wissen, wollten zwei  Organisationen auf der Seite der örtlichen Behörden das Labor räumen, um so die begehrten Drogen zu konfiszieren. Jedoch dachte jede der beiden Organisationen – die Rettungseinheit „Helldiver“ sowie die Private Military Company „Yellowhand Security“ – dass die jeweils andere eine kriminelle Einheit wäre, und so lieferten sie sich einen verbitterten Kampf mit mehreren Verletzten und explodierten Schiffen. Erst im Nachhinein konnte das Missverständnis aufgeklärt werden. In Zukunft wollen beide Gruppen enger zusammenarbeiten.


Die einen sprechen von Verschandelung, die anderen von Kunst: Seit Messe-Beobachter Jax McCleary versucht hat, mit speziellen Farbdüsen, die an ein Gunship vom Typ Aegis Reedemer montiert waren, auf ein Dach in New Babbage Aron Frings berühmtes Gemälde „Tränen des Feuers“ zu sprühen, sind die Gemüter gespalten. Die einen finden, das Dach solle dringend gereinigt werden, die anderen, es solle genauso bleiben. Frings Gemälde hielt fest wie sich die Tevarin am Ende des zweiten Tevarinkrieges im Jahr 2610 in einer Verzweiflungstat auf ihren Planeten Jalan im Elysium-System stürzten. Kritiker missbilligen die gesamte Paintbrush-Aktion und sagen, dass damit auch das Andenken an diese Verzweiflungstat der Lächerlichkeit preis gegeben wurde. Wie es heißt, war Suij Kossi, Tevarin und erster Senator im UEE-Senat, von der Aktion alles andere als begeistert. In jedem Fall hat die Kunstaktion aber einen positiven Effekt: Sie hat für intensive Diskussionen gesorgt, wie mit Geschichte umgegangen werden soll.


Warum müssen die Bürger Stantons immer wieder selbst zu ihren Waffen und privaten Schiffen greifen um Piratenangriffe, wie Xeno-Threat, im Stanton-System zurückzuschlagen? Warum greift das UEE-Militär nicht ein oder wieso übernehmen dies nicht die hochgerüsteten privaten Milizen der Megacorps des Systems die ja sogar eigene Jurisdiktionen betreiben? Diese Fragen hat nun der Journalist Parker Terell in seinem Format „Die nackte Wahrheit“ aufgeworfen. Er hegt einen ungeheuerlichen Verdacht: Terell glaubt, dass die UEE-Regierung ihre Imprint-Technologie so schnell verseweit etabliert hat, um so eine kostenlose, quasi unsterbliche Armee ins Leben zu rufen. So sollen sowohl der Militärhaushalt als auch die Bilanzen der Megacorps geschont werden. Anders gesagt: die „Civilian Defense Force“ sei nichts anderes als riesige Subvention zu Lasten der Bürger, auf die sowohl die Risiken als auch die Kosten für das Wiederbeschaffen von zerstörten Schiffen abgewälzt werden. Regierung und Konzernspitzen haben sich zu dem Vorwurf noch nicht geäußert. Radio Infinity bleibt an diesem Thema selbstverständlich dran.


Luxuriöses Ambiente, spektakuläre Ausblicke in die Leere des Alls mit jederzeit gut gefüllten Gläsern und dazu ein paar rätselhafte Geschichten über vergessene Schicksale des Verse. Mit den “Untold stories – Scenic Cruises” versucht sich das Touristikunternehmen Nordlicht Aviation aktuell im Stanton-System auf dem Touristikmarkt zu positionieren. Doch nach der letzten Kreuzfahrt erhielt der Begriff „Untold story“ eine ganz neue Bedeutung. Offenbar gab es nämlich im Umfeld eine ganze Reihe Zwischenfälle über die hartnäckig geschwiegen wird. Offiziell heißt es, die Eskorte sei von Personen und Jägern angegriffen worden. Der Angriff sei abgewehrt worden. Die weiteren Einzelheiten sind Gegenstand laufender Ermittlungen. Nordlicht Aviation ließ verlauten die Sicherheit der Gäste habe jederzeit höchste Priorität gehabt. Nordlich Aviation-Chef Friedrich Winters hat sich zu den Vorkommnissen noch nicht geäußert.


Schmelzwasser, eine unbekannte Bodenquelle oder wochenlanger Regenfall: Wissenschaftler rätseln aktuell über einen neuen, reißenden Fluss, der sich auf dem Planeten Microtech gebildet hat. Er zieht sich über hunderte Kilometer durch die Tundra und wurde erst kürzlich entdeckt. Die Frage, die sich die Wissenschaftsgemeinde stellt, lautet nun: Nimmt das gescheiterte Terraforming-Experiment Microtechs doch noch ein glückliches Ende? Der Planet ist schließlich viel kälter und unwirtlicher geworden, als ursprünglich geplant. Ist dies daher vielleicht sogar der Anfang einer Gesamt-Transformation des Planeten? Oder doch eher eine Ausnahme? Fest steht, dass der Fluss mittlerweile zahlreiche Glücksritter anzieht – sie vermuten, dass das Gewässer Bodenschätze aus der Erde ausspült, zum Beispiel Gold. Branchenbeobachter glauben, dass sogar ein regelrechter Goldrausch auf Microtech bevorstehen könnte. Land war jedenfalls lange nicht mehr so wertvoll auf dem Planeten. Das Kataster- und Vermessungsamt, um den eigenen Claim abzustecken, wird von Bürgern aktuell überrannt. Naturschützer protestieren umterdessen dagegen, dass der erste auf dem Planeten entdeckte Fluss sofort für die wirtschaftliche Nutzung freigegeben werden soll.


Der März 2952 wird definitiv einen Vermerk im Archiv der Arche erhalten. Nach zwölf langen, frostigen Tagen und der Querung von 6997 Kilometer Wildnis hat Kate ihre Dragonfly wieder im Hangar von New Babbage geparkt. Sie hatte eine waghalsige Expedition unternommen und  hatte als erster Mensch überhaupt Microtech auf einem Hoverbike umrundet. Diese hatte ihr, ihrem treuen Navigator Will und dem Support durch Skunk Works alles abgefordert. In rund 30 Stunden reiner Flugzeit ging es in mehreren Etappen immer querfeldein über die Tundra und mitten durch tief unter dem Schnee schlummernde Wälder. Ganze Gebirgsketten müssten überquert werden hin zur nächsten Station inmitten der harschen Weiten des Planeten. Um das Erreichen des nächsten Etappenziels sicherzustellen, schwebte Will in ständig über Kate und wies ihr die richtige Richtung. Auf dem letzten Drittel der Strecke zur Umrundung Microtechs kam es zur einem Zwischenfall, der noch vor wenigen Jahren das Aus der Expedition bedeutet hätte. Beim Gleiten über Microtechs größten Ozean verlor die Dragonfly jeglichen Auftrieb, krachte durch die gefrorene Oberfläche und zog die Fahrerin in die Tiefe. Nur Dank der Imprint-Technologie konnte sie die gefährliche Expedition schließlich doch noch zum Erfolg führen. Ganz nebenbei klärte sich durch ihre Expedition auch die Frage nach in der Wildnis Microtechs verschollenen Bürgern.


Tecia Pacheco, Dealerin und Auftraggeberin in der Unterwelt von ArcCorp, steht auf Wallace Klim, seinerseits ebenfalls Dealer auf der der Piratenstation Grimhex – wer hätte das gedacht. Er hatte von Pacheco gleich zwei Herzen erhalten. Ein irrtümlich aufgespieltes Mobiglas-Update unter den Namen „Mesher“ hat die Bevölkerung Stantons ins Aufregung und Erstaunen gleichermaßen versetzt und Zugang zu persönlichen Daten erlaubt. Offenbar hatte sich Hersteller Microtech jedoch einen Scherz erlaubt, die App ist mittlerweile wieder gelöscht worden. Ob und wie die dahinter liegende Technologie vielleicht doch den Weg auf das Moobglas finden wird, ist offen. Bis auf Weiteres müssen sich die Citizens daher auf althergebrachtem Wege kennenlernen.


Ungewöhnliche Wolkenformationen bilden sich aktuell über dem Nordpol des Planeten Hurston. Klimaforscher vermuten ein Wetterphänomen, das durch besonders intensive Sonneneinstrahlung zustande kommt. Kritische Beobachter glauben jedoch, dass es sich dabei auch im ein illegales Experiment handeln könnte – will der Eigentümer des Planeten, Hurston Dynamics, mit chemischen Substanzen die Atmosphäre und damit das Wettergeschehen beeinflussen? Oder soll gar die Luftreinheit verbessert werden? Klar ist, dass auf dem Planeten die Luft vielerorts so schlecht ist, dass die Bewohner Plastikhauben tragen, um sich vor Schmutzpartikeln zu schützen. Klar ist aber auch, dass Geoengineering verseweit geächtet ist, sofern es sich nicht um offizielles Terraforming handelt.  


In Loreville auf Hurston eröffnet nach jahrelangen Renovierungsarbeiten wieder das „Maria Pure of Heart“-Krankenhaus. Es war zwischen den Jahren 2881 und 2889 gebaut worden – über acht Jahre lang. Schon damals hatte das Krankenhaus wegen der langen Bauzeit und wegen hoher Kosten unter keinem guten Stern gestanden. Auch dass sich die Familie Hurston bis heute im Krankenhaus mit großformatigen Inschriften und Selbstdarstellungen selbst feiert, kommt bei vielen Bewohnern nicht sonderlich gut an – schließlich ist die Familie hauptsächlich dafür verantwortlich, dass auf dem Planeten überhaupt so unwirtliche Lebens- und Arbeitsbedingungen herrschen. Klassische Gesundheitsvorsorge, so hinter vorgehaltener Hand erhobene Vorwürfe, sehe anders aus.


Eine zunehmende Vermüllung von öffentlichen Plätzen ist aktuell ein Problem, mit der sich die Stadtverwaltungen der Planeten des Stanton-Systems herumschlagen müssen. Offenbar weil ihnen der Weg zum nächsten Verkaufsterminal zu weit ist, lassen desintessierte Bürger oft einfach Dinge, die sie nicht mehr brauchen oder die keinen Wert mehr für sie haben, an Ort und Stelle fallen. Dies kann alles Mögliche sein – vom Medipen bis zum Schutzanzug. Die Verwaltungen bitten inständig darum, von dieser Unsitte zu lassen. Es verschandele das Stadtbild und sei auch nicht ungefährlich. Gebrauchte Medipans dürfen nicht in Kinderhände geraten.


Ein Skandal um die Natursendung „Unglaublich lebendiges Universum“ erschüttert aktuell das Vertrauen in die Medien. Die Show hatte über Jahre über die Vielfalt im Tierreich des Verse berichtet unter anderem von Planeten, die dem „Fair Chance Act“ unterliegen und die daher nur begrenzt betreten werden dürfen. Unter anderem hatten die Tier-Doku aus dem Kellog-System von Nervenskrebsen berichtet, die im Gleichschritt marschieren oder von radioaktiven Röhrenwürmern. Wie sich nun herausgestellt und wie „Empire Report“ berichtet, sind viele Tiere der blühenden Phantasie der Macher der Sendung entsprungen. Nicht nur die Wissenschaftsgemeinde ist darüber entsetzt, die sich gegen solches Vorgehen deutlich verwahrt, auch viele Kinder sind zutiefst enttäuscht, die sich die Sendung gern angesehen haben. „Voll gemein“, sagen viele. Schon werden Stimmen laut, die vermuten, dass auch der fliegende Wal von Orison nur ein ausgeklügelter Marketingtrick sein könnte, um Besucher auf die Wolkenstadt zu locken. Der Verkauf der kleinen Plüsch-Wale ist aktuell eingebrochen. Crusader Industries, Inhaber der Wolkenstadt und des Planeten Crusaders, hat sich noch nicht geäußert.


Gleich zwei Nachrichten von unseren interstellaren Nachbarn, den Xian und den Banu, sind in den vergangenen Tagen von Xeno-Linguisten aufgefangen worden. Die Botschaft aus dem Xian-Reich ist eher interner Natur, richtet sich an alle Häuser der Xian und warnt vor einer bevorstehenden Attacke der so genannten Xenothreat-Piraten. Diese lehnen alle Alienrassen ab und bekämpfen sie, wo sie nur können.  Offenbar wird geplant, gezielt Handelsfrachter der Xian anzugreifen. Laut Botschaft wird allen Xian daher empfohlen, nicht auf unbekannte Hilferufe zu reagieren, sondern stattdessen sofort Schutz zu suchen. Wesentlich schwieriger ist die Botschaft der Banu zu übersetzen. An ihr beißen sich aktuell die Linguisten noch die Zähne aus. Weder Inhalt noch Intention sind klar. Im Spectrum wird von Hobby-Sprachwissenschaftlern gerätselt, was die Botschaft bedeuten könnte. Um Unsicherheiten und falsche Rückschlüsse auszuschließen, wird nun auf eine offizielle Übersetzung gewartet.


Die Brentworth Care Centers sind berühmt für ihre hohe Pflegequalität und rangieren in den Benchmarks immer unter den besten Gesundheitsdienstleistern in der UEE, was Gesundheit und  Zufriedenheit der Patienten wie Kosten betrifft. Auch wenn viele Patienten auf medizinische Standardversorgung und kosmetische Eingriffe bis hin zum kybernetischen Ersatz daher auf die Kliniken schwören, drohen Versicherungsgesellschaften nun, Ansprüche für das teure Krankenhaus abzulehnen. Auslöser für den Ärger ist ein Vorfall im Brentworth Care Center von Orison. Wie jetzt bekannt wurde, erlebte dort ein Kunde mit seinem frischen Imprint beim Versuch die Heilsanstalt zu verlassen einen Nervenzusammenbruch. Nachdem dieser nun endlich hinter der Wand mit den riesigen leuchtenden Lettern WELCOME den Ausgang fand, bat er seine Versicherungsgesellschaft um Hilfe in der Beschwerdeführung gegen die Klinik. Sein Versicherer riet ihm zu einer Klage zum Ersatz seines wochenlangen Verdienstausfalls in Verbindung mit einem Schmerzensgeld für den erlittenen Nervenzusammenbruch. Zudem bestellte das Gericht einen Gutachter um ähnliche gelagerte Nervenzusammenbrüche am Brentworth Care Center zu untersuchen. Warum der Konzern noch immer nicht die Schriftgrößen der Ein- und Ausgangsbeschilderung unter dem riesigen WECLOME optimiert hat, sorgt indes für Unverständnis bei vielen weiteren Patienten, die immer wieder über die schlechte Auffindbarkeit des Ausgang genervt sind. Da das ursprünglich durch den Firmengründer Dr. Brentworth installierte Qualitätsmanagement von der Auswahl der richtigen Pflanzen für die Lobby bis hin zur Farbtemperatur der Beleuchtung in den Aufwachräumen sonst kein Detail dem Zufall überlässt, scheint es unerklärlich, warum der Konzern nicht längst reagiert hat.


Direkt über der Skyline und beinahe zwischen den Wolkenkratzern des Stadtplaneten ArcCorp haben verfeindete Gruppierungen einen Kampf mit Großkampfraumschiffen vom Typ Aegis Hammerhead und mehreren Begleitjägern ausgetragen. Dies versetzte die Bewohner in Angst und Schrecken zumal mehrere Schiffe direkt vor ihren Fenstern explodierten. Eine schwer beschädigte Hammerhead stürzte sogar in die Straßenschluchten ab. Nun werden Stimmen laut, die fordern, die Flugverbotszone deutlich zu erweitern. Auch fragen sich viele Bewohner, wo die Sicherheit von ArcCorp gewesen sei, um die Situation schon im Vorfeld zu deeskalieren.


Seit der Mensch ist All aufgebrochen ist, ist Weltraumschrott ein Thema – ausgebrannte Raketenstufen, ausser Dienst gestellte Satelliten und kleine wie große Trümmerteile umkreisen seit rund 1000 Jahren die Erde und sind zur ernstzunehmenden Gefahr geworden. Zwar gab es immer wieder Bestrebungen, vor allem im erdnahen Orbit aufzuräumen, bis heute haben sich viele Initiativen aber immer wieder zerschlagen. Große, moderne Schiffe wie die Aegis Reclaimer bekommen Kleinstteile nicht zu fassen. So sind im Erdorbit bis heute Bruchstücke etwa  aus dem Mercury-Programm der 60erJahre des 20. Jahrhunderts unterwegs. Dabei kämpfen alle raumfahrenden Zivilisationen mit diesem Problem, wenn auch unterschiedlich stark. Für Raumreisende des Jahres 2952 ist im All treibender Schrott mittlerweile zur andauernden Lebensgefahr geworden. Nach jedem Raumkampf bleiben schließlich Trümmerteile übrig. Wer seinen Quantumjump aus unterschiedlichen Gründen etwa zu früh abbricht, läuft Gefahr in einer Trümmerwolke zu landen. Große Hoffungen setzen gerade bevölkerungsreiche Systeme wie Sol, Terra oder Stanton nun auf das kommende Update der  Drake Vulture, das in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Mit dem kleinen Schiff sollen sich dann auch kleinste Metallteile erfassen lassen. Ob die Vulture schnell genug ist, um den bis 24.000 Kilometer schnellen Splittern hinterherzujagen, wird sich zeigen müssen.


Wer ist die geheime Person, die bis heute überall im Stanton-System rote Umschläge verteilt? Darüber rätselt das gesamte Verse. Ist es ein heimlicher Gönner oder jemand, der Zwietracht zwischen den Menschen säen will? Ursprünglich geht die Idee auf die Banu zurück. Fest steht jedenfalls, dass die roten Umschläge, die nach wie vor auftauchen und die sich gegen bare Credits tauschen lassen, sowohl für Glücksgefühle sorgen als auch für Streit zwischen Bürgern, wenn zwei Citizens den selbem Umschlag  entdecken. So hat es bereits handfeste Prügeleien darum gegeben. Unvergessen ist bis heute der Streit zwischen den beiden Schauspielern Landry Caballero und Natasha Alil. Die beiden wurden als Teenager bei den Dreharbeiten zu besten Freundinnen. Landry behauptete vor einem Jahr, dass Natasha während einer Benefiz-Veranstaltung versucht habe, ein paar rote Umschläge aus ihrer offenen Handtasche zu stehlen, was zu einer Schlammschlacht unter bekannten Celebrities führte.


Mit extremer Magenverstimmung werden aktuell Bürger in die Krankenhäuser des Stanton-Systems eingeliefert. Grund ist offenbar ein Contest, der an den Bar-Tresen der großen Landezonen die Runde macht: Wer kann einen Xian-Cocktail trinken, ohne dabei sein Gesicht zu verziehen. Aktuell macht der Xian-Cocktail „Ocean Sunrise“ die Runde. Keine leichte Aufgabe – zählt zu den Inhaltsstoffen doch etwa Fischgeschmack, bei gleichzeitiger Schärfe unter Beigabe von Kukuma und diversen Gewürzen, die die Xian-Küche hergibt. So schmeckt der Drink gleichzeitig sauer, bitter, scharf – und nach Ammoniak. Während die Xian auf den Cocktail schwören, dreht sich mancher menschlicher Magen um. Weil in den Kliniken daher die Geräte knapp, werden, um Mägen auszupumpen, bitten die Klinikleitungen, von der Teilnahme an dem Wettbewerb abzusehen – auch wenn die Stimmung in dem Moment noch so lustig ist.  

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