Port Olisar – cui bono?

Wer würde am meisten profitieren, wenn Port Olisar zerstört werden würde?
Von John Brubacker

„Achtung, Bewohner von Stanton – eine große Ungerechtigkeit wurde begangen!“ Und dann – mit einigem Abstand – die Worte: „Schmerz, Tod, Dunkelheit.“ Diese offensichtliche Drohung hängt seit Monaten bedeutungsschwanger über dem System. Die kaum verständlichen Textfetzen tönten aus den Lautsprechern der Schiffsterminals, hallten von den Wänden der Stationen wider. Damals hatte das Gerücht die Runde gemacht, dass Port Olisar, die alte Station über dem Gasriesen Crusader, schon bald zerstört werden könnte. Piraten aus dem benachbarten Pyro-System, sollten eine Attacke planen, hieß es. Was aber ist seitdem passiert? Nichts.

Laut abgefangenen Unterlagen eines Aktivisten-Netzwerkes der freien Völker von Levski könnte die Gefahr aber immer noch akut sein. Mehr noch: Hinter der Drohung könnte noch jemand anderes stecken – namentlich Mining-Konzern Shubin Interstellar. „Off the Record“ ist sich bewusst, dass sie mit diesem Bericht einen ungeheuerlichen Vorwurf ins Verse setzt. Gleichwohl: Zählt man eins und eins zusammen, so scheint dies gar nicht so abwegig zu sein: Port Olisar ist die nächst gelegene Station, um auf Daymar, Cellin oder Yela geförderte Erze wie Agricium oder Bexalite zu verkaufen. Für einen kleinen Miner ist das eine durchaus lohnende Sache.

Laut zugespieltem Material, darunter eine vereinbarte Zahlung von zehn Millionen Credits an ein ungenanntes Syndikat, möchte Shubin diese Claims aber allein ausbeuten. Nicht umsonst schreibt der Konzern immer wieder Kill-Aufträge zur Beseitigung von Claim Jumpern in diesem Gebiet aus. Das zeigt, dass der Konzern nicht zimperlich ist, wenn es darum geht, seine Interessen durchzusetzen.

Wie aber macht man das Mining in einem lukrativen Gebiet für Konkurrenten dauerhaft unattraktiv? Nun, indem man zum Beispiel alle Verkaufsterminals in der Nähe beseitigt. Ist dies offiziell nicht möglich, macht man es eben auf dem Umweg – und sei es illegal. Wäre Port Olisar zerstört, könnte man seine Erze laut Recherche von „Off the Record“ gewinnbringend erst wieder auf Lorville auf Hurston absetzen. Ob man sich dann noch der gefahrvollen und zeitintensiven Arbeit des Minings rund um Crusader aussetzt, darf bezweifelt werden.

Nicht zuletzt würde davon auch die UEE profitieren. Ihr sind die freien Völker von Levski schon lange ein Dorn im Auge. Konnten sie die Erze auf Port Olisar bisher zu fairen Preisen verkaufen, so wäre es damit dann vorbei. Die Zerstörung von Port Olisar wäre damit eine willkommene Gelegenheit, das Gängelband wieder straffer anzuziehen.

Hängt also auch die Advocacy selbst mit drin? Klingt nach Verschwörungstheorie? Mag sein. Dennoch: Wen würde es schon stören, wenn ein paar Bewohner Levskis ihre Unabhängigkeit verlören, wenn gleichzeitig Frieden ins System einkehrt, weil man ein Syndikat mit einem extrem gut bezahlten heimlichen Deal ruhig gestellt hätte? In wenigen Monaten ist zudem Imperator-Wahl. Welcher Kandidat würde davon am meisten profitieren? Wen hat Shubin Interstellar mit einer großzügigen Wahlkampfspende bedacht? Hinter welcher freundlichen Fassade steckt in Wirklichkeit ein knallharter Law&Order-Typ?

Viele Fragen, kaum Antworten. Nichts davon lässt sich beweisen, es gibt allenfalls Indizien. Als sicher gilt jedoch, dass der Konzern einer der größten Profiteure wäre und seine Marktmacht so noch weiter ausbauen könnte. Vor allem aber stellt sich die Frage: Warum hat der Angriff bisher nicht stattgefunden? Cui bono?

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Dies ist eine rein spekulative, fiktive Geschichte. Sie ist aus dem Roleplay zwischen den freien Völkern von Levski und „Off the Record“ hervorgegangen. Die kommenden Monate werden zeigen, was passiert.

 

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